Dienstag, 16. Oktober 2012

Milburne, Melanie: Braut wider Willen?


Der Sohn der Haushälterin einer reichen Familie in Sidney, Kane Kaproulias, ist mittlerweile als Bauunternehmen zu Geld gekommen und nutzt die Gelegenheit zur Rache, als sie sich ihm bietet. Als Jugendlicher wurde er vom Hausherrn und dessen Sohn drangsaliert und seiner Mutter ging es nicht besser, jetzt rächt er sich, indem er alle Schulden von Owen Mercer bezahlt, ihm das geliebte Herrenhaus abnimmt und ihn so vor dem Knast bewahrt. Als Gegenleistung verlangt er, dass Bryony, Owens Tochter ihn heiratet …

Das Motiv, armer Junge kehrt nach Hause zurück und rächt sich an seinen ehemaligen Peinigern, macht mich immer wieder neugierig, auch wenn mich mir nicht jedes Mal einen solchen Roman dann auch kaufe. Hier habe ich zugegriffen. Das Schönste an dem Roman waren die Schwimmszenen mit Delfinen und das selbst gebaute Cottage am Meer.
Der Rest des Romans war schwerfällig wie ein Haufen Pflastersteine und Bryony war eine ziemlich dumme Kuh ohne nennenswertes Mitgefühl für sozial Schwächere, auch wenn ihr eine verunfallte Balettschülerin als Pseudo für ihre angeblich guten Charakterzüge an die Seite gestellt wurde. Bryony hatte bis zum Schluss ein ziemliches Brett vor dem Kopf. Dass Kane sie schon als Jugendlicher geliebt haben soll, wurde in Rückblenden angedeutet, konnte aber nicht wirklich überzeugen und blieb rätselhaft.
Erotische Anziehungskraft zwischen den Figuren wurde behauptet, kam aber bei mir nicht rüber. Mit Siebenundzwanzig war Bryony noch Jungfrau, nicht etwa wegen ihres Glaubens, sonder weil – ja warum eigentlich? Weil sie wählerisch bei der Auswahl ihrer Liebhaber war und eigentlich seit ihrer Kindheit Kane geliebt hat. Na klar! Wenn eine Siebzehnjährige einen jungen Mann kaltschnäuzig in den Jungendknast wandern lässt (wegen des Umpflügen eines Rasenstücks – der Wert des Rasenstücks war natürlich wichtiger als Mitgefühl mit dem Jugendlichen) und ihm keine Träne nachweint, ist natürlich auch so was von in ihn verliebt, dass alle anderen Männer vor der Erinnerung an den Sohn der Haushälterin so verblassen, dass Sex mit ihnen unmöglich wird.
Die Entwicklung der Charaktere erscheint reißbrettartig und ohne Inspiration. Motive und Gefühle werden behauptet, aber selten nach den Regel der Liebesromankunst entwickelt. Die zweite Hälfte des Romans wird ein wenig besser, dank der Delfine, nicht wegen der Figuren.

Hier hatte ich das Gefühl, eher einen Entwurf zu lesen als einen Liebesroman und deshalb nur drei Punkte (einen gibt`s immer, den zweiten für die Delfine und den dritten für den Tierschutzaspekt, der auch in dem Roman vorkommt – schmeißt keine alten Angelschnüre ins Meer, damit sich die Delfine nicht darin verfangen.)


Banks, Leanne: Unter dem Schutz des Millionärs


Lilli wird von dem Nichtsnutz Tony DeLuca geschwängert und hat ihn schon längst verlassen, nachdem sie ihn durchschaut hat. Als er bei einem Autounfall stirbt, sind ihr plötzlich Schuldeneintreiber der Mafia auf den Fersen.
Tonys Bruder Max DeLuca ist ein eiskalter Geschäftsmann, im Gegensatz zu seinem Bruder aber von ehrlicher Natur. Als er von Lillis Schwierigkeiten erfährt, bietet er ihr seinen Schutz an und sie zieht in seine Villa. Bald fühlen sich Max und Lilli voneinander angezogen …

UNTER DEM SCHUTZ DES MILLIONÄRS von Leanne Banks ist ein angenehm zu lesender Liebesroman um eine Schwangere in Nöten und einen Mann, der vorgibt, keine Gefühle zu haben, im Laufe des Romans aber natürlich auftaut.
Viele originelle Ausreißer aus den gewohnten kuscheligen Cora-Standardplots gibt es zwar nicht, Lilli ist aber glücklicherweise mit Selbstbewusstsein und Durchsetzungskraft ausgestattet. So will sie beispielsweise im Fall ihres Todes unter keinen Umständen Max als den Vormund ihres Babys vertraglich festlegen, weil ihr die Lebensweise von Max als zu unterkühlt und lieblos erscheint. Er ist baff, dass sie sein Geld nicht nehmen will und muss sich nebenbei von ihr Lektionen in Sachen „Fürsorge und Liebe für ein Kind“ anhören.
Die beiden Protagonisten treten in diesem Roman tatsächlich in einen Dialog miteinander und dass Lilli am Ende den Heiratsantrag von Max annimmt, ist dann auch nicht nur das Resultat der gegenseitigen erotischen Anziehungskraft, sondern tatsächlich das Ergebnis eines Zueinanderfindens auf gleicher Ebene, wie es selten in Cora-Romanen vorkommt, wo meistens die Frau durch die schiere finanzielle Übermacht des Mannes quasi überfahren wird.

Vier freundliche Punkte



Montag, 2. Juli 2012

Singh, Nalini: Kisses of Snow


Nalini Singhs Gestaltwandlerreihe spielt auf der von ihr fantastisch veränderten Erde in einer nahen Zukunft, auf der sich drei Personengruppen entwickelt haben, die Menschen, die Gestaltwandler und die Medialen.

Die Menschen haben keine besonderen Fantasyfähigkeiten, die Gestaltwandler können sich in Tiere verwandeln und die Medialen haben, je nach Individuum, eine oder mehrere Fähigkeiten, beispielsweise Empathie, Telepathie, Zukunftssehen, Telekinese usw.

Da die Medialen in ihrer evolutionären Anfangsphase (sie entwickelten sich wohl innerhalb weniger Generationen in einer Art genetischem Sprung von Menschen zu Superwesen) ihre Talente nicht unter Kontrolle hatten und sich deshalb für gefährlich hielten, entschieden sie sich, ihre Emotionen zu unterdrücken. Sie alle sind gedanklich an das Medianet gebunden und miteinander verbunden, welches ihnen Biofeedback sendet und ohne welches sie nicht leben können.

Mit den Jahren ist das System der Unterdrückung der Emotionen pervertiert und in seiner Rigidität "unmenschlich" geworden. Personen, die unter dem Druck zusammenbrechen, werden von den Oberhäuptern der Medialen (dem Rat) regelmäßig getötet oder sonstwie geistig verstümmelt. Wenigen gelingt es, mit Hilfe der Gestaltwandler zu fliehen.

Verschiedene Ereignisse in den Vorgängerbänden haben einige Mächtige bei den Medialen zum Umdenken bewogen. Sie bestehen nicht mehr stur auf der Einhaltung von Silentium und gehen vorsichtige Allianzen mit den Gestaltwandlern ein. Andere, die Pure Psy, wollen Silentium sogar noch verschärfen und neigen zu der Auffassung, dass sie erst gewonnen haben, wenn Menschen und Gestaltwandler von der Erde verschwunden sind.

Kisses of Snow ist ein fortgeschrittener Band der Reihe und viele Leserinnen haben ihm entgegengefiebert, denn er wurde von der Autorin als eine Art Höhepunkt geplant (auch wenn die Reihe weiterhin fortgesetzt wird).

Im Zeichen eines heranziehenden Krieges zwischen den Gestaltwandlern und den Pure Psy beginnen Hawk und Sienna Lauren ihren Tanz miteinander. Hawk ist das Oberhaupt einer Siedlung Wolfsgestaltwandler, der SnowDancer-Wölfe. Dieses Paar zeichnete sich schon seit dem ersten Band der Reihe ab, nur war Sienna in den letzten Bänden noch minderjährig. Nun, da sie erwachsen ist, könnte Hawk um sie werben, sie wartet nur darauf. Leider wurde Hawk als Kind traumatisiert, als seine "einzig wahre Gefährtin" ermordet worden ist. Gestaltwandler glauben nämlich an das "Paarungsband". Dieses rastet auf eine geheimnisvolle biologisch-seelische Art und Weise ein, wenn die zwei Richtigen sich treffen, wobei das bei dem einen früher geschieht, bei dem anderen später. Manchmal dauert es ein bisschen aber bei Hawk und seiner biologisch passenden Gefährtin geschah das eben schon im Kindesalter.

Der Glaube an die Einzigartigkeit des Paarungsbands ist bei allen Gestaltwandlern tief verwurzelt, so dass sie sich beim Verlust eines Gefährten, welcher ihnen durch das Paarungsband verbunden war, nicht die geringste Mühe geben, den Verlust zu verarbeiten und zu verkraften. Lieber werden sie verrückt oder begehen Selbstmord. Irgendwie hat Hawk den Verlust seiner Paarungsbandkinderfreundin gerade so überlebt und in Zeiten eines Krieges musste er schon mit 15 die Führung des Rudels übernehmen, hatte also sozusagen keine Zeit zum Sterben, weil er die Seinen schützen musste.

Nun, als Mann um die 35 hat er hin und wieder flüchtige Affären, eine ernsthafte Beziehung möchte er aber nicht eingehen. Sienna fasziniert ihn in mehrfacher Hinsicht, sexuell, intelektuell und als hochgefährliche Psy mit superdupergefährlichen Kräften. Eingebunden in das gesellschaftliche Dogma des einzigartigen Paarungsbands kommt es ihm gar nicht in den Sinn, eine Beziehung zu ihr könnte funktionieren.

Sienna wurde schon als Kind von einem Psychopathen ihres Volkes als Kriegerin ausgebildet, bevor sie mit ihrer Familie aus dem Medianet fliehen konnte. Als Soldatin ist sie daher ein Ass, als junge, verliebte Frau genauso albern, wie alle Frauen ihres Alters. Da Hawk ihre Annäherung immer wieder zurückweist, macht sie ihn eifersüchtig, indem sie in Bars auf den Tischen tanzt. Das ist ganz charmant in Szene gesetzt, aber die ganze Zeit beim Lesen dieser Szenen dachte ich, dafür, dass die Autorin den Leserinnen über so viele Bände den Mund wässrig gemacht hat, hätte sie beim Paar Hawk und Sienna etwas mehr als Teenagerkram bieten können.

Allein die Tatsache, dass es Sienna gelingt, Hawk mit dem Kinderkram eifersüchtig zu machen, hätte ihm selbst Hinweis genug sein müssen, dass eine Beziehung mit ihr sein Leben eben doch bereichern könnte. Er hat aber ein Brett vor dem Kopf und die Autorin schlachtet das Romanmotiv "Held hat ein Trauma und weist die Liebe gegen jede Vernunft ab" derart gründlich aus, dass ich den Roman fast in die Ecke geworfen hätte.

Zum Glück gab es noch ein zweites Paar, nämlich die Heilerin Lara und den Telepathen Walker Lauren, welches zwischendurch ein bisschen für Abwechselung gesorgt hat. Walker glaubt, zu lange im Silentum gewesen zu sein, um eine Liebesbeziehung mit einer Frau eingehen zu können. Er kennt die Liebe nicht und weiß nicht, wie er mit der Zuneigung einer Frau umgehen soll. Anders als Hawk erkennt er aber die Zeichen und lässt sich, wenn auch zögernd, auf die Frau ein, die ihn so zärtlich geküsst hat.

Irgendwie reift in Hawk gegen das Paarungsbanddogma der Wunsch, Sienna glücklich zu machen. Er weist sie zurück, ist aber eifersüchtig und da er sie von anderen Männern ablenken will, gibt er ihr die eine oder andere kleine Zuwendung. Mit der Zeit werden seine Zuwendungen länger und intimer. Und irgendwann stellt er zu seinem Erstaunen fest, dass er Sienna als die Seine betrachtet. Sie wiederum muss feststellen, das Glücklichsein ihre superhochgefährlichen Kräfte aktiviert und um ihn und das Rudel zu schützen, zieht sie sich zurück.

Die Kriegsvorbereitungen der Pure Psy werden immer dramatischer, die Gegenmaßnahmen der Gestaltswandler und ihrer Verbündeten greifen nur teilweise. Die Gestaltwandler werden angegriffen und in die Ecke getrieben. Als letzten Ausweg setzen sie Siennas alles verzehrendes Feuer ein. Nur hat Sienna leider keinen Ausschalter und ihr kaltes Feuer frisst sich rasend schnell durch den Wald in Richtung der Gestaltwandlersoldaten, die sie eigentlich beschützen will. Kann etwas oder jemand sie aufhalten?

Die zweite Hälfte des Romans hat mich wieder mit der ersten versöhnt. Das Finale um das kalte Feuer ist spannend und die Lösung des Problems hat mich überzeugt. Ich habe ja die ganze Zeit während des Lesens gerätselt, wie die Helden Siennas Energie in den Griff bekommen und bin nicht selbst drauf gekommen.

Spannend ist und bleibt auch die Frage, in welche Richtung die mediale Pfeilgarde und das mächtige Ratsmiglied Kaleb Krychek  tendieren werden. Kaleb ist jedenfalls ein so ausgesprochen interessanter und vielschichtiger Charakter, dass ich mir einen eigenen Band für ihn wünschen würde. Das scheint mir aber angesichts des bisherigen Schemas der Autorin eher unwahrscheinlich zu sein, denn Kaleb ist so etwas wie ein zentraler Punkt im Medianet und genießt das Vertrauen beider Netköpfe. Es würde ohne ihn zusammenbrechen und Millionen Psy würden sterben. Kaleb würde diese Macht niemals aufgeben (moralische Bedenken wegen der vielen Sterbenden hätte er da weniger). Also stünde in einem möglichen Band mit Kaleb in der Hauptrolle ein Mitglied der "bösen Seite" im Zentrum des Geschehens. Und den Schneid für einen solchen Wechsel der Perspektive traue ich der Autorin zum jetztigen Zeitpunkt nicht zu, weiß aber sicher nach der Lektüre des nächsten Bands schon etwas mehr.

Es gab einige spannende Überraschungen in dem Roman, die ihn insgesamt anhoben und zu einem Lesevergnügen machten. Hawks dogmatische Sturheit ist mir nach einer Weile auf die Nerven gegangen und deshalb gebe ich "nur" 4 von 5 Punkten.

Sonntag, 3. Juni 2012

Kopfkissen


Kater Nummer 1 (silber) hat spezielle Ansichten davon, wie er seinen Kopf bequem bettet. Eine davon ist es, seinen Kopf auf den seines Bruders zu legen, was diesem seltsamerweise nicht das Geringste auszumachen scheint, wie man an diesem Foto sehen kann. Kater Nummer 2 (schwarz) schläft friedlich weiter, während sein kleines Köpfchen von dem seines größeren Bruders fast vollständig als Kissen vereinnahmt wird und eines seiner Hinterbeine gleich mit dazu.

Mittwoch, 18. April 2012

Katzen Umarmung


Orientalen sind Meister im Kuscheln, wie man auf diesem Foto Mal wieder sehen kann.