Freitag, 10. Februar 2012

Brockmann, Suzanne: Joe - Liebe Top Secret

Military Romances gehörten bisher nicht zu meinem Beuteschema. Irgendwie ist mir beim Surfen bei Amazon aber immer wieder der eine oder andere Band der Reihe Operation Heartbreaker unter den Mauszeiger geraten und die Rezensionen haben mich so neugierig gemacht, dass ich mir dachte: Lies doch einfach Mal den ersten Band:


Im Prolog rettet Navy Seal Joe Catalanotto mit seinen Leuten dem arroganten Prinzen eines Kleinstaats das Leben. Beide stellen zu ihrer Verblüffung fest, dass sie einander fast wie Zwillinge ähneln. Freunde werden sie dennoch nicht.

Einige Zeit später wird der Prinz beim Staatsbesuch in den USA von einem Terroristen angegriffen, bleibt aber dank des beherzten Eingreifens seiner Medienberaterin Veronica St. John unverletzt. Um die Sicherheit des Prinzen zu gewährleisten, entscheidet man zunächst, den Staatsbesuch abzubrechen, aber dem Prinzen fällt ein, dass unter den Navy Seals ein Doppelgänger von ihm zu finden ist.

Joe kann von den Offiziellen ausfindig gemacht werden, weigert sich aber zunächst, den Prinzen zu doublen, da dessen arrogantes Verhalten im Einsatz einem seiner Männer eine schwere Verletzung eingebracht hat. Schließlich sagt er aber doch zu, um seinem Admiral einen persönlichen Gefallen zu erweisen.

Nun soll Veronica St. John ihn innerhalb von 48 Stunden darin unterweisen, sich wie der Prinz zu verhalten und zu benehmen - eine fast aussichtslose Aufgabe, denkt sie, Joe Cat macht sich dagegen als Seal mehr Gedanken um die lückenhaften Sicherheitsmaßnahmen als um das Erlernen von Umgangsformen und bringt Veronica damit ständig auf die Palme.

In Joe - Liebe Top Secret knistert es sofort zwischen den Hauptpersonen, nur hält sie ihn am Anfang für einen ungeschliffenen Gassenjungen, bei dem es Monate dauern würde, um ihm die Umgangsformen des Adels beizubringen. Tatsächlich stammt Joe Cat aus einer ärmeren Gegend und seine Kindheit war nicht leicht, dennoch hat er es zu einem Offizier der Seals gebracht und auch schon öfter bei ofiziellen Abendessen mit Admirälen teilgenommen.

In der Reihe Operation Heartbreaker hat jeder Seal eines Bandes eines oder mehrere besondere Talente. Joe Cat ist ein guter Schauspieler und versucht auch, das Veronica mitzuteilen. Sie ist aber zu gestresst, um dies aufnehmen zu können und verzweifelt fast daran, dass ihr Schützling kaum eine ihrer Übungen mitmachen möchte, weil er sich lieber um die Sicherheit kümmert. Er fordert von ihr Aufnahmen des Prinzen und behauptet, es genüge, wenn er sich diese ein paarmal anschauen würde. Sie glaubt ihm nicht und letztlich muss er sich diese Filme selbst organisieren.

Eine zeitlang agieren Joe Cat und Veronica also gehörig aneinander vorbei. Beide haben gute Gründe für ihr Tun und erstaunlicherweise kommt dieses Aneinander Vorbei weniger nervig rüber, als man glauben könnte. So ist ja Veronica dafür verantwortlich, ihn einzuweisen, er erkennt die katastrophal lückenhafte Sicherheitslage und möchte natürlich bei dem Auftrag keinen Selbstmord begehen. Also hat er sich um Vieles zu kümmern und schafft es dabei auch noch, Verständnis für die gestresste Veronica aufzubringen.

Als die 48 Stunden um sind und es zur Vorführung von Joe als Prinzen kommt, glaubt Veronica, sie würde nun ihre Stellung verlieren, Joe kann aber als Prinz alle überzeugen. Und endlich sieht sie ein, dass sie seine Talente wohl falsch beurteilt hat und dass auch Soldaten einer Spezialeinheit Umgangsformen haben können.

In Joe - Liebe Top Secret stehen die beiden Hauptfiguren ganz schön unter Zeitdruck. Es ist charmant zu lesen, wie sie damit fertig werden, wobei Joe eindeutig der bessere Part zukommt. Allerdings verfügt er auch über ein gerütteltes Maß an Selbstbewusstsein, Durchsetzungsfähigkeit und Organisationstalent, während Veronica um ihren Job fürchten muss. Der Stress blockiert sie etwas. Als sie erst einmal begreift, dass Joe nicht gegen sie arbeitet, finden die beiden zu einem gut miteinander harmonierendem Arbeitsteam zusammen. Und in ihrer knapp bemessenen Freizeit geht es heiß her zwischen ihnen ...

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