Donnerstag, 16. Februar 2012

Oliver, Anne: Sophies erotisches Tagebuch


Sophie ist selbständige Sekretärin und wurde von Jared Sanderson für einige Tage gebucht, da seine Assistentin krank ist. Ihren ersten Arbeitstag hat sie verbracht, ohne von ihm wirklich zur Kenntnis genommen worden zu sein. Sie hat ihn dafür umso genauer betrachtet und in der Nacht schleicht sich der attraktive Mann in ihre sinnlichen Träume. Als sie erwacht, schreibt sie ihren Traum sofort in eine Computerdatei, den Text möchte sie später in ihr Traumtagebuch übertragen. Als sie fast schon wieder ins Bett gehen will, fällt ihr ein, dass sie ihrem Chef noch eine geschäftliche Nachricht zukommen lassen muss und hängt versehentlich die erotische Traumnotiz an die E-Mail. Sie bemerkt ihren Fehler zwar und kann die E-Mail am nächsten Morgen auch heimlich aus seinem Computer löschen, aber er hat sie als Workoholic schon längst in der Nacht gelesen, was er ihr allerdings zunächst verheimlicht.

Neugierig geworden auf die Sekretärin mit der sinnichen Fantasie, lädt er sie zum Essen ein und unternimmt auch sonst eine Menge mit ihr. Zwischen den beiden funkt es gewaltig und auf einer Dienstreise kommen sie sich näher. Beide verabreden, dass sie nur auf ein zeitlich begrenztes Abenteuer aus sind, denn er glaubt, bindungsscheu zu sein und sie will endlich ihren Traum verwirklichen und von Australien nach London ziehen. Natürlich verlieben sie sich dann doch ernsthaft ineinander und natürlich dauert es wieder künstlich lange, bis sie sich am Ende kriegen.

Sophies erotisches Tagebuch von Anne Oliver beginnt zunächst unterhaltsam locker und die erste Liebesszene findet dank des Traumtagebuchs als sehr bildhafte Notiz darin schon auf den ersten Seiten statt. Diese fröhlich-sinnliche Stimmung des ersten Kapitels hätte ich mir auch für das übrige Buch gewünscht, aber das virtuelle Heft wäre kein Julia-Roman, wenn die Figuren nicht ein tragische Vergangenheit hätten, die ihr Leben immer noch gehörig überschattet. Das war durchaus unterhaltsam zu lesen, hat dem sinnlich angedachten Thema aber etwas die Grundlage entzogen.

Sophies erotisches Tagebuch ist ein Heftroman, der fröhlich-sinnlich beginnt, sich dann ein bisschen zu sehr in Tragik verliert, aber dennoch unterhaltsam zu gewesen ist. Somit vergebe ich 4 von 5 Punkte.

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