Montag, 26. März 2012

Singh, Nalini: Wilde Glut


Nalini Singhs Gestaltwandlerreihe spielt auf der von ihr fantastisch veränderten Erde in einer nahen Zukunft, auf der sich drei Personengruppen entwickelt haben, die Menschen, die Gestaltwandler und die Medialen.

Die Menschen haben keine besonderen Fantasyfähigkeiten, die Gestaltwandler können sich in Tiere verwandeln und die Medialen haben, je nach Individuum, eine oder mehrere Fähigkeiten, beispielsweise Empathie, Telepathie, Zukunftssehen, Telekinese usw.

Da die Medialen in ihrer evolutionären Anfangsphase (sie entwickelten sich wohl innerhalb weniger Generationen in einer Art genetischem Sprung von Menschen zu Superwesen) ihre Talente nicht unter Kontrolle hatten und sich deshalb für gefährlich hielten, entschieden sie sich, ihre Emotionen zu unterdrücken. Sie alle sind gedanklich an das Medianet gebunden und miteinander verbunden, welches ihnen Biofeedback sendet und ohne welches sie nicht leben können.

Mit den Jahren ist das System der Unterdrückung der Emotionen pervertiert und in seiner Rigidität "unmenschlich" geworden. Personen, die unter dem Druck zusammenbrechen, werden von den Oberhäuptern der Medialen (dem Rat) regelmäßig getötet oder sonstwie geistig verstümmelt. Wenigen gelingt es, mit Hilfe der Gestaltwandler zu fliehen.

Wilde Glut ist ein fortgeschrittener Band aus dieser Reihe und der Krieg zwischen Menschen, Gestaltwandlern und Medialen ist schon in vollem Gange. Während sich in vorhergehenden Bänden meistens Liebespaare zwischen Gestaltwandlern und abtrünnigen Medialen zusammengefunden haben, gibt es hier zwei Wolfsgestaltwandler, die zusammenfinden.

Gestaltwandler werden stark von den Instinkten ihres jeweiligen Tieres bestimmt, so gibt es bei den Wolfsgestaltwandlern eben viele Wolfsinstinkte. Indigo ist Offizierin eines Wolfsgestaltwandlerrudels, Andrew befindet sich als Fährtensucher außerhalb der Befehlskette (er ist nur dem Rudelchef unterstellt) und ist vier Jahre jünger als sie. Dennoch beginnt er, sie zu umwerben und es gibt ein irgendwie auch immer geartetes, der hirarchischen Struktur des Rudels geschuldetes Gerangel zwischen ihnen. Außerdem ist Indigo noch irgendwie familiär vorbelastet.

Wilde Glut von Nalinis Singh hat mich in Bezug auf die Liebesgeschichte zwischen Indigo und Andrew furchbar gelangweilt. Das liegt weniger an den dramaturgischen Fähigkeiten der Autorin, eher an mir. Indigo und Andrew traten in den früheren Bänden schon als Nebenfiguren auf und da haben die beiden mich schon keinen Deut interessiert, auch wenn sie durchaus lebendig vorgezeichnet worden sind.

Die Methode der Autorin, ihre zahlreichen Nebenfiguren der Vorgängerbände nach und nach zu Hauptpersonen von späteren Bänden zu machen, geht bei mir eben nicht immer auf, da nicht alle Nebenfiguren das Format zur für mich spannenden Hauptperson zu haben scheinen.

Das Dominanzgerangel zwischen Indigo und Andrew blieb mir fremd und spannungsuntauglich, es hat mich einfach nur genervt. Die Liebesszenen habe ich nach dem Lesen der ersten überblättert, sie waren spannend und sinnlich geschrieben, nur hatte ich keine Lust, mich auf die Liebe von für mich unsympathischen Romanfiguren einzulassen.

Durch den gesamten Roman zogen sich Szenen mit irgendwelchen Süßigkeiten (Schokolade, Kuchen und was weiß ich noch). Was ich am Anfang noch als charmant empfunden hatte, ekelte mich im Laufe der Lektüre.

Am Ball geblieben bin ich wegen der übrigen Handlung. Ich wollte einfach nicht den Anschluss verlieren und daher wissen, wie es bei den Auseinandersetzungen weitergeht, die im nächsten Band ja zu einem Höhepunkt kumulieren werden.

Der Band scheint bei den meisten Fans der Serie Begeisterungsstürme ausgelöst zu haben. Klickt man sich auf die entsprechende Seite bei Amazon, liegen dort bisher nur 5 Punkte-Bewertungen vor. Objektiv betrachtet ist es durchaus ein gutes Buch, nur hat es mich eben nicht auf der emotionalen Ebene angesprochen. Und da eine Rezension ja auch immer eine subjektive Note hat, gibt es von mir 3 von 5 Punkte.

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